Sebastians Weblog

29Mai/100

Tauss verurteilt

Das Verfahren gegen Jörg Tauss beschäftigt die Internetwelt schon einige Monate. Kein anderes Verfahren wurde in den letzten Wochen so oft kommentiert wie dieses - kein anderes hat die Menschen so polarisiert wie dieses.

Wenn euch der „Fall Tauss“ ebenfalls interessiert, kann ich euch zwei Quellen nur wärmstens empfehlen: Zum einen hat fefe ein schöne Sammlung an Links zusammengetragen, zum anderen hat RA Markus Kompa die „medienwirksame Berichterstattung“ kommentiert, nicht etwa das Urteil an sich. Beide treffen meiner Meinung nach ganz genau den Punkt. Sie berichten über die Vorverurteilung Tauss' durch die Medien, die keineswegs rechtsstaatliche „Abschlachtung“ durch die Karlsruher Staatsanwaltschaft bevor feststand, dass Tauss schuldig war, und das abschließende Bashing verschiedenster Blogs, Redaktionen und (ehemals) angesehener Qualitätsschriften im schönsten boulevardstil.

Auch ich kann und will zum Verfahren und Urteil nichts sagen, da ich daran nicht teilgenommen habe. Eines bleibt jedoch unverändert stehen: Die Art und Weise wie im Vorfeld und Nachgang des Verfahrens berichtet wurde kam einer sozialen und politischen Exekution gleich. Unnötigerweise wurden zudem auch Piratenpartei und CCC auf die „Kinderporno“-Schiene rangiert, obwohl diese, abgesehen von der Mitgliedschaft Tauss', wohl rein garnichts mit den im Verfahren eröterten Sachverhalten zu tun hatten.

Wer an Informationen zum Verfahren und Urteil aus Primärquellen interessiert ist, kann einen Blick auf tauss-gezwitscher werfen bzw. den Blog des Rechtsanwalts von Jörg Tauss besuchen, in welchem u. a. das Plädoyer veröffentlicht wurde.

13Feb/090

Vertrag zur Internetsperre

Der CCC hat eine PDF vom Vertrag veröffentlicht, der zwischen BMI und ISPs geschlossen werden soll. Im Vertrag geht es um die Eindämmung von Kinderpornografie durch Blockierung bestimmter indizierter Seiten (wie bereits berichtet). Naiv zu glauben, dass es hier lediglich um Kinderpornografie geht bzw. pervers, dass dieses wichtige Thema hier so instrumentalisiert wird. Andere Institutionen, wie Musikindustrie o.ä., werden auf den Zug aufspringen wollen und den Filter für sich nutzen. Hoffentlich lassen sich die ISPs nicht über den Tisch ziehen, denn Kinderpornografie dämmt das rein garnicht ein. Zu leicht ist die Umgehung des Filters. Und nochmals: „Es gibt keine dauerhaft offen zugängliche, sperrbare Kinderpornographie im Internet“ (Erklärungen von blog.odem.org).