Sebastians Weblog

23Aug/090

Finanzmarktkrisengedicht

Nicht mehr ganz aktuell, aber dennoch sehr schön: Das Gedicht zur Finanzmarktkrise.

Wenn die Börsenkurse fallen,
 regt sich Kummer fast bei allen,
 aber manche blühen auf:
 Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
 Dinge, die sie gar nicht haben,
 treten selbst den Absturz los,
 den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
 tun sie sich mit Derivaten:
 Wenn Papier den Wert frisiert,
 wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
 haben Sparer nichts zu lachen,
 und die Hypothek aufs Haus
 heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
 kommt die ganze Welt ins Wanken -
 auch die Spekulantenbrut
 zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
 Da muss eingeschritten werden:
 Der Gewinn, der bleibt privat,
 die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
 und das bringt erneut Profite,
 hat man doch in jenem Land
 die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
 hat der kleine Mann zu blechen
 und - das ist das Feine ja -
 nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
 fängt von vorne an der Reigen -
 ist halt Umverteilung pur,
 stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
 das mal nimmer bieten lassen,
 ist der Ausweg längst bedacht:
 Dann wird bisschen Krieg gemacht.
von Pannonicus
24Feb/090

Staatsbankrott

Die Wirtschaftskrise scheint nun auch vermehrt Staaten in Schwulitäten zu bringen, doch Herr Berlusconi verkündet EU-Optimismus. Ob er damit Recht haben wird?

Österreich hat möglicherweise etwas zu viel Geld nach Osteuropa verliehen, auch wenn ein österreichischer Wirtschaftsexperte das ganze zu relativieren versucht.

Auch andere haben den Osteuropäern Geld geliehen: „Der Schweiz droht der Bankrott

Irland geht es wohl schlechter als offiziell bekannt. Im Kontext der Artikel, die sich mit einem möglichen EU-Staats-Bankrott beschäftigen, wird der kleine Inselstaat häufig genannt.

Kansas kann so eben noch verhindern, dass sich Rückzahlungen und Gehaltsschecks verspäten (erste Meldung zum Thema).

Kalifornien hat mit 42 Milliarden fehlendenden Dollar zu kämpfen und entlässt 20.000 Leute.

22Jan/090

Hypo Real Estate (HRE) braucht weitere Mittel

Die Hypo Real Estate braucht noch mehr Geld. Langsam sollte man mal überlegen, wieviel man da noch reinpumpen will. Natürlich muss man auf der anderen Seite sehen, dass die 92 Mrd. Euro, die bisher „garantiert“ wurden, dann wohl weg sind.

„Analysten meinen, das Münchener Finanzhaus, dem bereits Geldspritzen vom Staat und anderen Banken inklusive vergebener Kredite und Bürgschaften in Höhe von 92 Mrd EUR zugeflossen sind, kommt um eine weitere Kapitalspritze nicht herum. Den Bedarf an frischem Geld schätzen die Experten dabei von 3 Mrd EUR bis hin zu einem zweistelligen Milliardenbetrag.“ (FAZ.net)

Der SoFFin-Chef Günther Merl hat übrigens auch das Handtuch geworfen. Offiziell aus „persönlichen Gründen“. Aber...

„Hintergrund für Merls Ausscheiden sind laut einer Meldung des "manager magazins" offenbar unterschiedliche Auffassungen über die Führung des Bankenrettungsfonds [...]“ (spiegel.de)

18Jan/090

Geldinstitut Citigroup spaltet sich auf

Wieder einmal schlechte Neuigkeiten zur Finanzkrise. Die Citigroup muss sich aufgrund tief-roter Zahlen aufspalten. Man beachte, dass es sich um einen der vier größten Finanzdienstleister der USA handelt. Für das vierte Quartal 2008 ist ein Verlust von über 8 Milliarden Euro zu verzeichnen.

Update: Die FAZ hat dazu einen detaillierten Artikel.

9Jan/090

Postbank mit Problemen

Auch die Postbank hat mit der Finanzmarktkrise zu kämpfen. Angeblich droht ein Verlust von 0,6 Milliarden €uro für das abgelaufene Jahr. Spiegel.de berichtet, dass vor allem das vierte Quartal katastrophal verlief. In diesem Zeitraum verlor die Tochter der Deutschen Post, an der auch die Deutsche Bank beteiligt ist, fast eine halbe Milliarde €uro.

Da klopft bestimmt bald jemand beim SoFFin an.

9Jan/090

Commerzbank wankt

Da hat sich die Commerzbank mit der Übernahme der Dresdner Bank wohl übernommen. Die Finanzkrise tat sicherlich ihr übriges. Jetzt braucht die zweitgrößte deutsche Bank eine zweite Kapitalspritze von 10 Milliarden €uro aus dem Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung. Im Gegenzug übernimmt der deutsche Staat 25% und eine Aktie der Aktiengesellschaft, d.h. er hat nun eine Sperrminorität.

Das Ende der Finanzmarktkrise rückt weiter in die Ferne (wahrscheinlich ebenso wie der ausgeglichene Bundeshaushalt). Aber auf der anderen Seite ist es wohl weitaus besser die Großbank zu stützen, als sie Pleite gehen zu lassen. Mal sehen, ob andere Banken nachziehen.

Update: Da will ich gerade einen Kommentar zum Thema auf welt.de lesen und schon in der Überschrift bzw. Einleitung denke ich mir: Was ist da los?

Kommentar
Waum der Bund die Commerzbank stützen musste

Von Thomas Exner 9. Januar 2009, 13:46 Uhr

Der Einstieg des Bundes bei der Commerzbank war ein notwendiger Schritt. Ohne das Einschreiten wäre es früher oder später zu einem Kollaps des Geldhauses gekommen, der für den Steuerzahler wesentlich teurer gewesen wäre. Doch mit der Teilprivatisierung sind längst nicht alle Probleme vom Tisch.

Herr Exner, es handelt sich um eine Teilverstaatlichung.

Update II: Fehler korrigiert.